Kartreifen

Die Reifen haben die Aufgabe, sämtliche Kräfte auf die Fahrbahn zu übertragen. Deswegen kommt ihnen, neben der Chassiseinstellung, die größte Bedeutung zu.

Schauen Sie sich das Bild der Laufflächen an. Daran können Sie schon ablesen, wie der Reifen „arbeitet". Ist die Lauffläche zu glatt, ist der Reifen zu kalt. Hat sie eine „gewisse Struktur" ist es i.O.  Ist sie zu stark „aufgerubbelt" stimmt was nicht. Alles ist natürlich im Zusammenhang mit der Temperatur des Reifens zu sehen.

Die Kartreifen müssen eine bestimmte Temperatur haben, damit sie zum „Arbeiten" kommen. Bei zu niedrigem Druck baut der Reifen nicht genug Grip auf. Je höher die Reifentemperatur ist, umso mehr Grip bauen die Reifen auf. Wird die Temperatur jedoch zu hoch, kommt es zu Gripverlust und erhöhtem Verschleiß.

Die optimale Temperatur eines Kartreifens beträgt ca.70 bis 85°C.

Welche Reifen sollten Sie nun benutzen? Es gibt bei jedem Reifenfabrikat im Prinzip drei verschiedene Härtgrade der Reifen. Das sind weiche, mittelharte und harte Reifen.

Während im Lizenzbereich bei den verschiedenen Rennserien fast immer die zu verwendenden Reifen vorgeschrieben sind, haben die Hobbyfahrer nun einmal die Qual der Wahl.

Welche Reifen sollten Sie also für Ihr Kart verwenden?

Für den Hobbyfahrer kann ich auf gar keinen Fall weiche Reifen empfehlen. Warum nicht, fragen sich jetzt sicherlich einige, denn weiche Reifen sollten doch viel Grip und damit schnelle Rundenzeiten bedeuten?

Ganz einfach, ein weicher Reifen funktioniert nur dann richtig gut, wenn viel Gummi auf der Strecke liegt. Andererseits „rubbelt" er sich zu stark auf und ist nach ganz wenigen Runden unbrauchbar.

Wann haben Sie so viel Gummi  auf der Strecke? Waren Sie schon einmal nach einem Rennwochenende (DMV oder ADAC Meisterschaftslauf) am Sonntagabend im Sommer auf einer Strecke wie Ampfing, Oppenrod oder Kerpen? Wenn ja, wissen Sie was Grip ist. Allerdings kommen selbst erfahrene Lizenzfahrer manchmal mit so viel Grip nicht klar.

Ich empfehle also für den Hobbyfahrer auf jeden Fall die harte Mischung. Selbst die mittelharte Mischung kann ich nur mit Einschränkungen empfehlen. Harte Reifen halten wesentlich länger und schonen somit Ihren Geldbeutel.

Auch harte Reifen kann man auf entsprechende Betriebstemperatur bekommen. Sie müssen hier einfach mit dem Reifendruck arbeiten. Wie oben schon erwähnt, baut der Reifen umso mehr Grip auf, je höher die Temperatur des Reifens ist.

Der Reifendruck sollte im kalten Zustand für weiche Reifen 0,55 bar, für mittelharte 0,7 bar und für harte Reifen 1,0 bar betragen.  Das ist so zusagen die Grundeinstellung. Die Feineinstellung hängt dann von der Strecke, der Temperatur und weiteren Faktoren ab.

Denken Sie bitte daran, Sie müssen für jede Strecke  immer wieder aufs Neue Ihre Chassisabstimmung finden. Jede Strecke verändert sich je nach Temperatur und Witterungsverhältnissen und sogar während eines Tages enorm. Es hängt auch davon ab, wie viele Karts unterwegs sind und wie viel Gummi diese auf der Strecke lassen.

Wenn sie also Ihre Chassisabstimmung mit harten Reifen gefunden haben und nun, nur um evtl. Ihren Kumpels auf der Bahn zu zeigen wie schnell Sie „wirklich (?)"   sein können jetzt weiche Reifen montieren, wird das wohl in die Hose gehen.

Wenn Sie Glück haben, können Sie tatsächlich ein, zwei oder gar drei Runden schneller sein. Dann aber werden diese Reifen enorm nachlassen und Sie haben viel Geld verbrannt. Im schlechtesten Fall haben Sie mit einmal so viel Grip, dass Sie kaum noch durch die Kurven kommen. Ihre Rundenzeiten werden dann nicht schneller, sondern eher langsamer. Die Reifen sind dann aber trotzdem nach wenigen Runden unbrauchbar.

Wenn Sie vorhaben, am Ende eines Tages mit Ihren Kartfreunden ein Rennen zu fahren, sollten Sie vorher Ihr Chassis mit genau der Reifenmischung (und natürlich genau dem Fabrikat) abstimmen. Andernfalls werden Sie unangenehme Überraschungen erleben.

So einfach wie es vielleicht klingen mag, aber wenn Sie die oben beschriebenen Punkte beherzigen, haben Sie schon mal einen Vorteil gegenüber vielen Ihrer „Kartkollegen".

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