Archive for April, 2009

Kartmotor KF oder 100 er?

Seit dieser Saison sind die 100 er Kartmotoren leider endgültig aus den großen Rennserien ADAC Kart Masters  und DMV verbannt. Aktuell wird mit sog. KF-Motoren gefahren. Diese werden als die Zukunft des Kartsports angepriesen und sollen Longlife Motoren sein. 

Es war mal angedacht, eine Kostenreduzierung mit diesen Motoren zu erreichen. Es ist genau das Gegenteil davon geschehen. Diese Motoren sind wesentlich anfälliger und ihr Unterhalt viel teurer als die guten alten 100 er. Durch den integrierten Anlasser, eine durch Zahnräder angetriebene integrierte Wasserpumpe, einen Auslassschieber und eine Kupplung sind schon einmal viel mehr Teile daran, als bei einem 100 er. Teile die anfällig sind und kaputt gehen. 

Die KF Motore sind im Gegensatz zu den 100 ern noch nicht voll ausgereift. Die Hersteller sind immer noch am probieren, versuchen mehr Leistung herauszuholen, was aber auf Kosten der Standsicherheit geht. Sie haben die Probleme noch nicht im Griff. Wir haben zum Anfang dieser Saison Motoren von gewissen Herstellern erlebt, wo nach jedem Training (ca. 15 min.) der Kolben gewechselt werden musste. Diese Hersteller sind immer noch dabei ihre Probleme auszusortieren. Mit mäßigem Erfolg. Einige Fahrer bzw. Teams haben bereits den Hersteller gewechselt

Wenn man mit solch einem Motor Rennen im ADAC Masters oder DMV fahren möchte, muss man aufgrund der enormen Leistungsdichte in diesen Feldern, den Motor am absolutem Limit fahren um überhaupt eine Chance zu haben. Beim ADAC Lauf vor einigen Wochen in Oschersleben waren die schnellsten Rennrunden aller 34 Finalteilnehmer gerade einmal 6 Zehntel (!) auseinander (siehe mein Bericht unter der Kategorie Rennberichte).
Da muss nach jedem Rennen der Motor revidiert werden, sonst riskiert man einen Totalschaden. 

Die KF sind gerade im Bereich Kolben noch lange nicht so ausgereift um damit Rennmäßig länger als 2h zu fahren. 

Selbst im Clubsport werden bei fast allen Fahrern die Kolben nach jedem Rennen erneuert. 

Für mich ist dies ein ganz klares Zeichen dafür, dass diese Motoren noch nicht ausgereift sind und die Werke immer noch ihre Probleme aussortieren müssen und zwar auf Kosten der Fahrer. Von Longlife und Kosten sparen kann hier wohl keine Rede sein. 

Die 100 er Motore wurden über viele Jahre weiterentwickelt und sind nun absolut ausgereift. Sie sind von der Anschaffung günstiger und vom Unterhalt mal ganz zu schweigen. Letztlich kommt man mit einem 100 er über die Saison deutlich billiger als mit einem KF. 

Für mich gibt es nichts besseres als die guten alten 100 er. Das ist für mich Kartsport pur. Allein der Sound eines mit knapp 20 000 U/min drehenden 100 ers ist genial. 

Ok, das ist meine persönliche Meinung und ich weiß, dass es viele gibt, die anderer Meinung sind. Ich weiß aber auch, dass ich mit dieser Meinung bei weitem nicht alleine stehe. Es bildet sich zurzeit eine Interessengemeinschaft 100 er. Die Idee finde ich super und werde sie auf jeden Fall unterstützen. Diese Gemeinschaft ist wie gesagt gerade am entstehen und hat bisher noch keine Internetseite. Sobald es soweit ist, werde ich an dieser Stelle davon berichten. 

Ich freue mich auf Kommentare zu diesem Artikel.

Welche Kartfelgen sollten Sie verwenden?

Eine Frage die mir recht häufig gestellt wird, ist die nach den Felgen. Soll man im Sommer, wenn es warm ist nun Alu- oder Magnesiumfelgen fahren? Nicht wenige sind der Meinung, dass im Sommer Alufelgen besser sind.

Ein Argument dabei ist immer, Aluminium besitzt doch eine bessere Wärmeleitfähigkeit als Magnesium und entzieht dem Kartreifen somit mehr Wärme. Also müssten Alufelgen doch im Sommer besser sein als Magnesiumfelgen. 

Richtig ist jedoch, Aluminium hat tatsächlich eine bessere Wärmeleitfähigkeit als Magnesium. Das gilt allerdings  nur für die reinen Metalle. Nun sind weder Alufelgen aus reinem Alu noch Magnesiumfelgen aus reinem Magnesium. Je nachdem, welche Legierungen tatsächlich verwendet werden, kann sich die Wärmeleitfähigkeit stark verändern. Sie ändert sich auch mit der Temperatur. Es ist also nicht ganz so einfach. Verschiedene  Felgenhersteller verwenden auch verschiedene Legierungen. Das ist der Grund, warum Sie mit Felgen von verschiedenen Herstellern auch unterschiedliche Ergebnisse erzielen werden. Die Hersteller werden Ihnen nicht die genaue Legierung verraten. Um das wirklich herauszufinden, müsste man mit den verschiedenen Felgen in ein Werkstofflabor gehen. 

Weiterhin sind die Magnesiumfelgen weicher. Das führt dazu, dass diese bei hohen Außentemperaturen und viel Grip auf der Strecke den Grip besser abbauen können. 

Fazit ist also, im Sommer, bei hohen Außentemperaturen, sollte man auf jeden Fall Magnesiumfelgen fahren. Im Winter sowie bei Regen sind die Alufelgen zu bevorzugen.

Mehr zu diesem Thema und zu Chassiseinstellungen finden Sie in meinem Buch "Tipps und Tricks für Kartfahrer". Klicken Sie dazu in der oberen Menüleiste auf "Karthandbuch".

Top 10 Ergebnis beim DMV Kart Championchip

Am vergangenen Wochenende fand in Kerpen der erste Lauf zur neu gegründeten DMV Kart Champoinchip statt (siehe unten). Bei herrlichstem Osterwetter fanden neben den insgesamt ca. 190 Teilnehmern dieser Kartserie auch sehr viele Zuschauer den Weg zum Erftlandring. Es ist schön vor einer solchen Zuschauerkulisse zu fahren. Sogar der Formel 1 Rekordchampion Michael Schumacher war an diesem Wochenende anwesend.

In unserer Klasse, der KF2, starteten 30 Teilnehmer. Samstag vormittag im freien Training hatten wir damit zu tun, unsere beiden Motoren einzufahren. Erst am Nachmittag kamen wir also dazu schnelle Runden zu fahren und unser Chassis abzustimmen. Leider versagte im letzten freien Training wieder ein Motor seinen Dienst. Die Zahnräder, welche die Wasserpumpe antreiben sind gebrochen. Da auch eine Welle und der Dichtring des Kurbelgehäuses beschädigt war, konnten wir den Motor vor Ort nicht reparieren. Die Gefahr, dass er beim Einastz völlig zerstört wird, war zu groß. Also hatten wir für den Renntag wieder nur einen Motor. Genau wie in Oschersleben. Wir mußten also vorsichtig mit ihm umgehen.

Im Zeittraining war nich mehr als ein Platz im Mittelfeld drin. Also war Ronny beim Start zum ersten Lauf wieder in der unfallträchtigsten Zone des Feldes. Und tatsächlich gab es wieder einmal viele Rempler und Ronny mußte über die Wiese. Das kostet natürlich Zeit und Plätze. Es war im ersten Lauf keine Platzverbesserung drin.

Im zweiten Lauf erwischte Ronny den Start gut und konnte sich aus allen Rempeleien, die es auch hier wieder gab, heraushalten. Am Ende kam ein 10. Platz heraus. Ein Platz in den Top 10 ist eigentlich gar nicht so schlecht, aber wir wissen, dass es hätte besser laufen können. Die Fehler haben wir analysiert, nun müssen wir versuchen sie abzustellen.

DMV Kart Championchip

Während am vergangenen Wochenende der Auftakt zum diesjährigen ADAC Kart Masters stattfand, ist an diesem Wochenende der DMV dran. In Kerpen findet der erste Lauf zur DMV Kart Championchip statt. Es ist das erste Mal, dass der DMV eine Serie in dieser Form ausschreibt.

An sechs Wochenenden werden je zwei Rennen ausgefahren für die es Punkte gibt. Zusätzlich findet zum Saisonabschluß der so genannte Goldpokal statt. Das ist gleichzeitig der Saisonhöhepunkt. Auch dafür gibt es Punkte, die für die Meisterschaft zählen. Die Punkte im Goldpokal zählen sogar das 1,5 fache wie "normal".

Ein besonderer Service den der DMV anbietet ist das Livetiming. Sie können von zu Hause aus sämtliche Zeiten die am Sonntag gefahren werden, live am Computer verfolgen. Hier ist der Link zum Livetiming:

http://www.camp-company.de/html/live-timing.html

Ich wünsche Ihnen viel Spass beim "zuschauen".

54 Kartfahrer innerhalb von 0,6 Sekunden!!!

Was war da denn los?

Am vergangenen Wochenende fand der erste Lauf zum diesjährigen ADAC Kart Masters in Oschersleben statt. Es gab in allen Klassen ein großes Starterfeld. Allein in unserer Klasse waren 54 Kartfahrer am Start um erste Meisterschaftspunkte einzufahren. 

Die Leistungsdichte dabei war enorm. Im Zeittraining waren der schnellste und der langsamste Fahrer nur ca. 1,3 Sekunden auseinander. Noch enger waren die Zeiten in den beiden Finalläufen beieinander. Die Differenz der schnellsten Rennrunden aller  Starter von der schnellsten bis zur „langsamsten" betrug beim ersten Finallauf gerade einmal ca. 6 zehntel- und beim zweiten Finallauf ca. 7 Zehntelsekunden.  Diese Dichte macht deutlich, wie schwer es ist, in diesem Feld jemand zu überholen. Wenn man also nach dem Zeittraining hinten steht, hat man schon sehr schlechte Karten. 

Aus diesem Grunde lief es für uns an diesem Wochenende leider nicht ganz so gut, denn wir standen im Zeittraining sehr weit hinten. Genau gesagt auf dem 50. Platz! Wir waren im freien Training noch sehr gut dabei und hatten einen Rückstand von ca. 2 zehntel auf die Spitze. Wir fuhren allerdings dabei einen Motor aus dem vergangenen Jahr. Im Zeittraining wollten wir einen ganz neuen Motor einsetzen. Davon versprachen wir uns den Sprung nach ganz vorne. Leider ging das nach hinten los. Schon beim Einfahren dieses Motors sagte Ronny, dass er in den oberen Drehzahlen nicht genügend Leistung hat. Wir haben vor dem Zeittraining noch etwas am Vergaser und am Auslassschieber geändert und waren überzeugt, dass der neue Motor besser ist als der Alte. Es hat aber nichts gebracht. Der Motor war 8 zehntel Sekunden langsamer als unser alter vom vergangenen Jahr, den wir im freien Training eingesetzt haben. Ein Unding. Die Quittung war der enorm schlechte Platz im Zeittraining. Wir haben den Motor gleich wieder zurückgegeben und sind mit unserem alten weitergefahren.

Mit diesem mussten wir uns nun durch 3 Vorläufe quälen, aus denen sich dann die besten 34 Fahrer für die beiden Finalläufe qualifizieren. Quälen deshalb, weil wir in allen 3 Heats, wegen des schlechten Zeittrainings, immer wieder von hinten starten mussten. Egal welchen Platz man im ersten Heat macht, im Zweiten wird wieder nach dem Ergebnis des Zeittrainings aufgestellt. 

Letztlich hat Ronny in den Heats 3 tolle Rennen abgeliefert, in denen er sich immer wieder bis ins vordere Mittelfeld vorkämpfen konnte. Dadurch haben wir uns doch noch fürs Finale qualifiziert und sind am Ende noch Gesamt 18. geworden. Ronny war schon einige Plätze weiter vorn, aber der Motor, mit dem wir nun praktisch das ganze Wochenende am Stück (außer das Zeittraining) fahren mussten, war zum Schluss auch am Ende.  

 

Angesichts der Umstände und einem Feld von 54 Startern eigentlich doch gar nicht so schlecht, aber eben auch nicht gut.

Startschuß für das ADAC Kart Masters

Es ist soweit. Am kommenden Wochenende findet in Oschersleben, gelegen in der Magdeburger Börde, der erste Lauf zum ADAC Kart Masters 2009 statt. Wir werden mit knapp 60 (!) weiteren Fahrern in der Klasse KF2 starten. Aufgrund dieser hohen Starterzahl wird es Knüppelhart werden. Trotzdem freuen wir uns riesig, dass es endlich wieder richtig zur Sache geht.

Unser Tony Kart haben wir jedenfalls nach dem Unfall von vor zwei Wochen (siehe unten) wieder sauber aufgebaut und sollten damit recht gut aufgestellt sein.

Nach dem Zeittraining gibt es sage und schreibe vier Vorläufe, woraus die besten vierunddreißig Fahrer am Sonntag in den dann zwei Finalrennen um erste Meisterschaftspunkte kämpfen werden. Also allein die Finalrennen zu erreichen kann schon ein Erfolg sein.

Die andere Frage wird sein, wie halten das die Kartreifen aus? Wir müssen alles mit einem Satz Reifen fahren. Lediglich ein so genannter Jokerreifen ist erlaubt. Man darf also einen Reifen ersetzen, vorne oder hinten. Da die Hinterreifen schneller verschleißen, wird es dann wohl der Hinterreifen sein.

Ich werde versuchen, während des Rennwochenendes zu berichten. Es wird von den Umständen abhängen, wieviel Zeit ich habe. Bis dahin

Keep Racing