Archive for Mai, 2009

Interessengemeinschaft 100 ccm oder Totgesagte leben länger

Ich hatte bereits einmal berichtet, welche Probleme es mit den neuen KF-Motoren gibt.  Im selben Artikel schrieb ich, dass sich momentan eine Interessengemeinschaft 100 ccm bildet.

Heute möchte ich einmal berichten, wie der Stand der Dinge mit dieser Interessengemeinschaft ist. 

Zuerst einmal die gute Nachricht: Die Interessengemeinschaft 100 ccm lebt! Der Initiator dieser Interessengemeinschaft ist Meiko Zugenmeier. Meiko ist für mich der ultimative 100 er Fan. Er hat mir mal geschrieben, wie viele 100 er Motoren er hat. Es war eine recht lange Liste. Meiko bezeichnet sich selber als „Motoren Messie". Bisher haben sich ca. 25 Leute gemeldet, die aktiv an der IG 100 mitarbeiten wollen. 

Die Webseite wird auch bald fertig sein. Sven Herbrock, der die Webseite baut, ist beruflich leider im Moment etwas sehr im Stress, so dass wir dem Zeitplan ein wenig hinterher hinken. Ich werde euch sofort Infos geben , sobald die HP online ist. Dort soll die Geschichte der 100er , Klassenerklärungen, Termine von CS Veranstaltungen mit 100ccm Klassen, Tipps und Tricks, Homologationsblätter usw. bereit stehen. 

Geplant ist, am 20.6.2009 im Rahmen des Sommerpokals der SAKM, ein 100ccm Speedmeeting zu machen, weil da ja sehr viele 100er fahren.

Weiterhin geplant sind auch Rennen, die auf CS-Ebene stattfinden könnten und ein relativ offenes Reglement haben, so dass viele teilnehmen können. So könnte z.B. der Hubraum auf 102 ccm begrenzt werden. Das gewährleistet, dass auch Übermaßkolben verwendet werden können, ohne dass der Motor gleich illegal ist. Ein Wettrüsten soll jedoch vermieden werden, deshalb werden die Vergaserdurchmesser beschränkt bleiben.

Es soll getrennte Wertungen für Luft- und Wassergekühlte- sowie für Juniormotoren geben. 

Ich denke, es können schöne Rennen mit einem vollen Starterfeld werden. Wie sagt man so schön: Totgesagte leben länger! 

Wer weitere Anregungen/Ideen oder Interesse hat sich der IG 100 anzuschließen, kann sich hier melden. Ich werde es an Meiko weiterleiten.

Rennbericht DMV Kart Championship

Am vergangenen Wochenende (24.05.09) fand in Wackersdorf der zweite Lauf zur diesjährigen DMV Kart Championship statt. Bei herrlichstem Sommerwetter, es war am Sonntag Nachmittag knapp 30 Grad heiß, gerieten die Rennen zur wahren Hitzeschlacht. Die Hitze verlangte Fahrern und Material alles ab.

Es gab in allen Klassen wieder volle Starterfelder. Allein in unserer Klasse, der KF2, warren 33 Fahrer am Start. Während die meisten Fahrer schon während der Woche zum trainieren nach Wackersdorf gefahren sind (muß eigentlich keiner mehr arbeiten?), konnten wir erst am Freitag abend anreisen, hatten also dadurch etwas Trainingsrückstand.

Auch an diesem Wochenende zeigte sich die enorme Leistungsdichte des gesamten Feldes. Das brachte Ronny den 16. Startplatz nach dem Zeittraining ein. Dabei hatte er auch ein wenig Pech, denn Ronny erwischte praktisch keine freie Runde. Zur Pole fehlten ihm trotzdem nur 6 zehntel Sekunden, auf Platz drei gar nur 3 zehntel. Im Zeittraining lag das Feld vom ersten bis zum 26. Platz innerhalb von einer Sekunde.

Ist diese Leistungsdichte der Grund dafür, dass immer härter gefahren wird? Harte Zweikämpfe sind zwar im Prinzip gut und wenn sie fair ausgetragen werden auch spannend. Wenn aber das Hirn ausgeschaltet und nur noch gebolzt wird, sollte man dem Einhalt gebieten. Aber Eins nach dem Anderen.

Im ersten Rennen wurde schon in der Einführungsrunde dermaßen gerempelt, dass es nicht mehr normal war. Ein Konkurrent meinte seine Reifen sauber fahren zu müssen und rempelte (absichtlich?) Ronny dermaßen hart an, dass bereits in der Einführungsrunde die Spurstange an seinem Tony Kart krumm war. Somit stimmte da die Lenkgeometrie nicht mehr.

Trotz dieses Handycaps lieferte Ronny ein blitzsauberes Rennen ab.  Rundenlang kämpfte er mit dem Gesamtsieger der KF2 des Vorjahres Nico Schneider um Platz 12. Obwohl Ronny wegen der verbogenen Spurstange ständig gegenlenken mußte, wurden mehrfach die Plätze gewechselt, am Ende hatte jedoch Nico knapp die Nase vorn. Es war ein harter, aber fairer Zweikampf der schön anzusehen war. Andere Zweikämpfe sahen da ganz anders aus und verdienen den Namen gar nicht.

Im zweiten Lauf startete Ronny also vom 13. Platz und konnte gleich am Start sowie in der ersten Kurve einige Plätze gutmachen. Dann kam allerdings die zweite Kurve, in der einige Fahrer meinten, sie müßten erst einmal einige Karts aus dem Weg räumen. Nach dem Motto, Augen zu und durch, wurde ohne Rücksicht auf Verluste gerempelt was das Zeug hielt. Leidtragender war unter anderem Ronny der von hinten regelrecht abgeschossen wurde. Er flog in hohem Bogen ins Kiesbett. Eine völlig verbogene Spurstange machte eine Weiterfahrt unmöglich.

Es ging uns nicht alleine so. Auch während des Rennens waren unfaire Attacken an der Tagesordnung. Diesem Treiben sollten die Verantwortlichen Einhalt gebieten, denn sonst schadet es dem Kartsport. Konsequenter Einsatz von  Zeitstrafen würde schon Wunder bewirken. Bleiben diese aber aus, werden die Fahrer merken, dass sie mit solch einem Gebolze durchkommen und die Rennen werden immer unsportlicher. Unsportlich und gar häßlich ist auch, wenn ein Fahrer einem anderen der ausgefallen ist (wahrscheinlich noch durch seine Schuld) beim vorbeifahren hämisch zuwinkt. So geschehen im zweiten Lauf.

Liebe Verantwortliche des DMV, wenn jemand von Ihnen das liest: Nichts gegen harte Zweikämpfe (siehe oben), aber es sollte nicht unfair oder unsportlich werden. Ich wünsche mir, dass Verstöße härter geahndet werden. Nur so bleibt meines Erachtens der Spass am Kartsport erhalten und die  Rennen spannend.

Kart Zündkerzen

Wie eine Zündkerze aussieht, weiß wohl jeder. Zumindest setze ich das hier voraus. Aber wie ist diese wirklich aufgebaut und wie funktioniert sie?

Die Zündkerze besteht im Wesentlichen aus einer Masse- und einer Mittelelektrode. Wie der Name eigentlich schon sagt, ist die Masseelektrode über das Zündkerzengewinde fest mit der Masse (Minus) verbunden. Von der Mittelelektrode springt durch eine von der Zündspule erzeugten Zündspannung ein Zündfunke zur Masseelektrode über. Die Mittelelektrode ist durch einen Keramikkörper gegen Masse isoliert. Dieser Keramikkörper, auch Isolatorfuß genannt, bestimmt durch seine Länge den so genannten Wärmewert der Zündkerze. Je kürzer dieser Isolatorfuß ist, um so schneller kann die Wärme über das Kerzengewinde an den Zylinderkopf abgegeben werden.

Also: Je kleiner der Isolatorfuß ist, um so "kälter" ist die Kerze. Je "kälter" die Kerze, um so höher kann ich den Motor belasten.

Bei einer zu "warmen" Kerze verbrennen die Elektroden zu schnell und es kann, vor allem bei hochdrehenden Zweitaktern, zu Motorschäden kommen.  Bei einer zu "kalten" Kerze läuft der Motor dann nicht sauber.

Bei modernen Zündkerzen ist die Größe des Isolatorfußes von außen kaum zu erkennen. Lediglich dessen Länge kann man mit einem Stück Draht o.ä. messen. Man muß also nach der Bezeichnung auf der Kerze gehen. Und genau da fängt das eigentliche Verwirrspiel an.

Zündkerzen benötigen eine so genannte Selbstreinigungstemperatur die zwischen ca. 400 und 850 Grad Celsius liegt. Bei dieser Temperatur werden Verbrennungsrückstände (Ruß) abgebrannt, die sonst eine kürzere Funkenstrecke zwischen den Elektroden oder gar einen Kurzschluß bewirken würden. Der Elektrodenabstand zwischen Masse- und Mittelelektrode sollte übrigens 0,6 mm betragen (Daumennagelstärke).

Der Wärmewert einer Zündkerze wird in deren Typenbezeichnung als Zahl angegeben. Nun bedeutet nicht automatisch eine höhere Zahl in der Typenbezeichnung gleich einen höheren Wärmewert. Vielmehr ist das von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich.

Die Bezeichnung der Kerze beim 100 cm³ Zweitaktmotor bei Trockenabstimmung und warmem Wetter wäre zum Beispiel bei einer Bosch Kerze W08CS. Bei einer Regenabstimmung wäre die Bezeichnung W02CS. Bei NGK Kerzen wäre die Bezeichnung für Trockenabstimmung B10EG. Für die Regenabstimmung wäre es die B9EG.

Nun höre ich des Öfteren, dass so genannte "abgesoffene" Kerzen als "defekt" entsorgt werden. Das ist absolut nicht notwendig. Fast alle diese Kerzen sind noch absolut i. O. Man sollte deren Elektroden mit einer Messingbürste  vom Ruß säubern (es gibt spezielle Zündkerzenbürsten) und dann mit Bremsenreiniger ausspülen. Nach dem Trocknen sind diese Kerzen dann so gut wie neu.