Archive for August, 2009

Kart News 22.08.2009

DMV Goldpokal

Der DMV-Goldpokal findet nicht wie geplant auf der Strecke in Liedolsheim statt.  Der „Ersatzaustragungsort ist Wackersdorf. Dies teilte der DMV in dieser Woche mit. Hier ist das offizielle Schreiben des DMV:

„Das Präsidium des Deutschen Motorsport Verband e.V. hat entschieden, den

Goldpokal 2009 nicht auf der bisher vorgesehenen Kartstrecke in Liedolsheim, sondern in Wackersdorf auszutragen.

Hintergrund dieser sehr schwierigen Entscheidung ist der tragische Unfall am

9. August auf der Traditionsrennstrecke des DMV in Liedolsheim, bei dem im Rennen um die DSKM der niederländische Fahrer Thomas Knopper tödlich verunglückte. 

Einerseits wolle man rechtzeitig Planungssicherheit herbeiführen, andererseits aber auch einen gewissen Druck von Fahrern, Betreuern und Teams nehmen, die in den letzten Tagen in großer Zahl bei der DMV-Sportabteilung um eine Verlegung gebeten haben - so DMV Geschäftsführer Gerhard Becker. Es sei auch betont, dass die Streckensicherheit der Kartbahn Liedolsheim in keiner Weise durch den DMV in Frage gestellt wird.    

DMV Sportpräsident Manfred Schulte: „Wir stehen voll hinter unserem Club TC Liedolsheim und wir sind sicher, dass wir im kommenden Jahr wieder gute Rennen im Rahmen des DMV Kart Championship dort sehen werden! 

Die Einladung für den Goldpokal an die qualifizierten Fahrer erfolgt in der kommenden Woche."

 

RMC 2010

In der Saison 2010 wird es einschneidende Änderungen in der Deutschen ROTAX MAX Challenge geben. Man wird künftig auch das österreichische Championat ausrichten.

Durch die Zusammenlegung der beiden Vertriebsgebiete Deutschland und Österreich wird es auch eine gemeinsame ROTAX MAX Challenge geben.

Statt bisher fünf Veranstaltungen wird es im nächsten Jahr acht Veranstaltungen geben. Davon jeweils vier im Norden und vier im Süden. Die Süd-Veranstaltungen werden voraussichtlich zu gleichen Teilen in Bayern und Österreich stattfinden.

DMV Kart Championship in Wittgenborn

Der Vogelsbergring in Wittgenborn war am 16. August Schauplatz des fünften Rennwochenendes der DMV Kart Championship 2009. Bei hochsommerlichen Temperaturen kamen Fahrer und Material an ihre Grenzen.

Für uns lief es ebenfalls recht ordentlich. Schon am Samstag im freien Training konnten wir uns, nachdem wir unsere Motoren eingefahren hatten, schnell an die Spitzenzeiten herantasten. Dabei waren die Zeitabstände zwischen den einzelnen Fahrern wieder einmal äußerst gering.

 Auch am Sonntag im freien Training lief es rund. Bei wiedereum sehr geringen Zeitabständen kamen wir auf Platz 8. Im Zeittraining konnte Ronny diesen Platz noch einmal verbessern und landete auf Platz sechs.

Im ersten Rennen tat sich dann nicht sehr viel. Ronny erwischte den Start gut, konnte aber keinen Platz gut machen, verlor aber auch keinen. So kam er wieder auf Platz sechs ins Ziel. Das war ein guter Ausgangspunkt für das zweite Rennen. Auch hier erwischte Ronny den Start gut. Danach kam es im ersten Drittel des Rennens zu harten aber sehr fairen Zweikämpfen mit zwei vor ihm fahrenden Konkurrenten, die Ronny dann auch überholen konnte und somit bereits auf Platz vier fuhr. Im letzten Renndrittel verlor er dann aber, wie er später sagte, die Konzentration und den Rhytmus. Er mußte nicht nur die beiden bereits überholten Fahrer wieder passieren lassen, sondern auch noch einen Dritten und beendete somit das Rennen auf Platz 7.

Oft habe ich in diesem Jahr die unfaire und überharte Fahrweise einiger Fahrer kritisiert. Heute möchte ich mich aber auch einmal lobend aussprechen. Diesmal wurden die Zweikämpfe hart, aber fair ausgetragen. Es waren zwei wirklich sehr faire und damit spannende Rennen.

Ein trauriger Tag für den Kartsport

 

Am vergangenen Wochenende fand der vierte Saisonlauf zur Deutschen Kartmeisterschaft 2009 in Liedolsheim statt. Diese Veranstaltung wurde  jedoch gegen Mittag vorzeitig beendet. Ein tödlicher Unfall von Schaltkartpilot Thomas Knopper überschattete die Veranstaltung und versetzte die versammelte Kartsport-Szene in einen Schockzustand.

Hier der Artikel, erschienen in "Motorsport -XL":

„Der Rennsonntag im badischen Liedolsheim war noch jung; einzig die Junioren und die Challenger-Piloten hatten ihre Sprint-Rennen bereits absolviert, als pünktlich um 11.15 Uhr auch die Fahrer der Deutschen Schaltkartmeisterschaft vom Rennleiter auf die Reise geschickt wurden.

Noch in der ersten Rechtsbiegung ereignete sich der folgenschwere Unfall. Der Italiener Paolo de Conto und der Niederländer Thomas Knopper waren im vorderen Feld aneinander geraten und von der Strecke abgekommen. Dabei überschlug sich Knopper mit seinem Kart gleich mehrfach, fiel aus seinem Gefährt und blieb leblos am Rande der Strecke liegen. Das außer Kontrolle geratene Gefährt geriet zu allem Überfluss wieder zurück auf die Bahn und traf hier Dominik Schmidt. Während de Conto und Schmidt ihren havarierten Karts mit leicht bis mittelschweren Verletzungen entsteigen konnten, kam für Knopper trotz aller Bemühungen der Rettungskräfte jede Hilfe zu spät.

Die Redaktion von Motorsport XL spricht der Familie, dem Team und allen Angehörigen von Thomas Knopper ihr aufrichtiges Mitgefühl und ihre tiefste Anteilnahme aus.

Thomas Knopper wurde 19 Jahre alt und lebte in Bilthoven (NL). 2004 gewann er die Junior Rotax Max Euro Challenge. 2006 wurde er Elfter der KZ2-Europameisterschaf. 2007 holte er sich den EM-Titel der Klasse KZ2.

Betroffen und schockiert reagierte die versammelte Kart-Szene auf dieses schreckliche Ereignis. Die Veranstaltung wurde umgehend abgebrochen."

 

Inzwischen wurde bekannt, dass sich Thomas Knopper einen Genickbruch zugezogen hat an dem er noch an der Unfallstelle verstarb.

 

Ich möchte an dieser Stelle den Hinterbliebenen mein tiefes Beileid aussprechen.

 

An Diskussionen über die Sicherheit im Kartsport möchte ich mich an dieser Stelle nicht beteiligen. Nur soviel (Das hat jetzt nicht direkt mit diesem schrecklichen Unfall zu tun): Die Karts sind in den letzten Jahren in punkto passive Sicherheit erheblich verbessert worden. Verbesserungswürdig sind einige Strecken in Bezug auf Auslaufzonen und Fangzäune.

Ein wichtiger Punkt sind jedoch auch die Fahrer. In dem Bewusstsein, dass die Karts relativ sicher sind, wird immer mehr geschubst und gerempelt, manchmal sogar gnadenlos draufgehalten. Nach dem Motto: Mir passiert ja nichts werden die Gegner von der Bahn geschoben. Mir und nicht nur mir, ist aufgefallen, dass die Rennen im ADAC und DMV, wo auch wir fahren, in diesem Jahr überhart ausgetragen werden. Ich habe es in diesem Blog bereits mehrfach in meinen Rennberichten erwähnt. Hier sind Rennleiter, aber auch die Streckenposten gefordert. Nur durch drastische Strafen kann die Disziplin der Faher gewahrt werden. Wenn nichts passiert, wird weiter so gefahren, oder noch härter.

Ein kleines Beispiel mit welchen einfachen aber wirksamen Mitteln man Disziplin herstellen kann: Unser Fahrer Ronny hat im vergangenen Jahr an einem Formel BMW-Lehrgang im spanischen Valencia teilgenommen. Diese Veranstaltung war hochproffessionell organisiert. Die einführenden Worte der Instruktoren an die Fahrer waren sinngemäß: Ihr könnt euch drehen, ihr könnt auch abfliegen. Das ist alles kein Problem und gehört dazu, wenn man sich am Limit bewegen will. Wenn jedoch einer ein anderes Fahrzeug berührt, steigt er sofort aus und fährt nach Hause. Ohne Diskussion.

Es haben sich viele gedreht und sind ins Kiesbett geflogen. Aber es gab während der zwei Tage nicht eine einzige Berührung zwischen den Autos!!!

Eines sollte jedoch jedem bewußt sein: Auch wenn alle Aspekte der passiven Sicherheit immer weiter verbessert werden, auch wenn die Fahrer sich auf der Strecke diszipliniert verhalten, eine einhundertprozentige Sicherheit kann es im Motorsport niemals geben. Das zeigen neben dem jüngsten tragischen Unfall im Kartsport auch der tödliche Unfall von Henry Surtees vor wenigen Wochen in der Formel 2 und nicht zuletzt der Massa-Unfall von Budapest.