Archive for Februar, 2011

Neue Tendenzen im Kartsport

Im Mitgliedermagazin 01/2011 des DMV habe ich einen Beitrag gefunden, der mich besonders anspricht. Deshalb möchte ich diesen Beitrag hier einmal zitieren. Er stammt vom Autor Botho G. Wagner.

Zitat Anfang:

Kartsport für ein ganzes Sportlerleben

Der Altersdurchschnitt im Kartsport steigt. Es gibt deutlich mehr ältere Fahrer und mehr Rückkehrer – nicht nur im Clubsport

Im deutschen Kartsport bewegt sich Gutes nach oben – das Fahreralter und die Vernunft!

Aber da muss man erst einmal die beiden Seiten des Kartsports abstecken: Kartsport ist zum einen die wichtige Schaltstation im Motorsport auf dem Weg nach oben. Das ist die eine Seite, die professionelle, die den ganzen Einsatz erfordert: Viel Zeit und viel Geld.

Kartsport kann aber auch der Sport für ein ganzes Sportlerleben sein – und das erleben wir jetzt immer öfter. Vernünftig ist auch die Rückkehr erfolgreicher Aufsteiger nach ihrem Abstecher in den Formelbereich oder zu den Renntourenwagen. Kartsport ist eine überschaubare Motorsportdisziplin, finanziell und zeitlich. Sie ist bezahlbar und lässt Zeit für einen Beruf. Warum also nicht Kartsport bis hoch in die Fünfziger? Neben dem Beruf, als Ausgleich und Freilauf. Genau dahin sind wir auf dem Weg!

Die Rotax-Serie ist derzeit die Vorreiterin. Man könnte innerhalb der RMC gleich drei „Ü”-Klassen bilden: Ü30, Ü40, und gar Ü50. Natürlich fahren sie alle (noch) gemeinsam in ihren angestammten Klassen MAX (Senior) oder DD2-Schalter. Aber möglich wäre es, dass wir in Zukunft Altersklassen einführen können. Hier einmal die Aufzählung vom RMC-Jahresstart in Kerpen: Ü30 = 6 Teilnehmer, Ü40 = 9 Teilnehmer, Ü50 = 4 Teilnehmer!

755 Jahre am Start. In der Rotax-Klasse DD2 (Schaltkarts) ergab sich in Kerpen folgendes Bild: 755 Jahre am Start! Bei 21 Teilnehmern lag das Durchschnittsalter bei 36 Jahren! Und wären da nicht fünf Fahrer im Alter zwischen 15 und 18 Jahren gestartet, wären wir bei einem Durchschnitt von 42 Jahren!

Aber das ist nicht etwa eine RMC-Besonderheit – auch in den anderen Serien ist dieser Trend deutlich feststellbar. So zum Beispiel in der DMV Kart Championship. Hier finden wir an der Leistungsspitze Michael Schumacher mit 41 Jahren, dann drei weitere Fahrer im gleichen Alter. Ende der Dreißiger sind drei Piloten, dann einer mit bereits 46 und einer mit 52 Jahren … na was denn! Alter kann heute also keine Ausrede mehr sein! Und dass gerade im Clubsport (CS) das Fahreralter ständig ansteigt, muss hier nicht betont werden, wenn es gar in den Spitzenligen so ist.

Wir bekommen also ein höheres Durchschnittsalter in allen „Senioren”-Klassen – der offizielle Eintritt in die CIK/DMSB-Seniorenklassen erfolgt bekanntlich mit 15 Jahren! Und das ist vernünftig, weil es dem Ansehen des Kartsports durchaus nutzt. Weg vom Image „nur” eine Motorsportart für Kinder und Jugendliche zu sein, weg von der öffentlichen Meinung, nur eine Motorsport-„Schule” zu sein. Gewiss, das ist der Kartsport auch – aber eben nicht nur! Kartsport kann durchaus der Motorsport für ein ganzes Sportlerleben sein!

Zitat Ende

Ich finde, es ist, mal wieder, ein ganz toller Bericht von Botho G. Wagner. Vielen Dank dafür.