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Kart Winterpokal in Oschersleben

Als wir vor ca. zwei Wochen unsere Nennung für den diesjährigen Kart-Winterpokal in Oschersleben abgaben, ahnten wir noch nicht was für ein starkes Starterfeld sich dort einfinden sollte. Am vergangenen Wochenende war es dann soweit. 138 Teilnehmer fanden den Weg nach Oschersleben. Wir fahren schon seit vielen Jahren diesen Winterpokal mit aber ich kann mich nicht erinnern, schon einmal solch einen Ansturm beim Winterpokal in Oschersleben erlebt zu haben.

Praktisch die gesamte deutsche Kartelite war dort am Start. In der Klasse KF2 waren sogar Starter aus Russland angereist. Allein in der Klasse KF3 waren fast 50 Starter, weshalb diese Klasse in zwei Gruppen aufgeteilt wurde.

Bei den Schaltern wehte gar ein Hauch Formel 1 durch das Fahrerlager. Michael und Ralf Schumacher gingen in der Klasse KZ2 an den Start. Die beiden Rennen in dieser Klasse konnte Michael Schumacher dann auch für sich entscheiden.

In unserer Klasse, der KF2 gingen 18 Fahrer an den Start. Da wir schon lange kein Rennen mehr gefahren haben und unser Material bereits zwei Jahre und teilweise älter war, rechneten wir uns im Vorfeld auch keine Top-Platzierung aus. Fast alle anderen waren mit neuestem Material unterwegs und nutzten das Rennen als Vorbereitung auf die bald beginnenden Meisterschaften.

Da wir auch in diesem Jahr voraussichtlich nicht an den Meisterschaften teilnehmen werden, war das für uns mehr oder weniger ein „Spaßrenennen". Um unsere Kosten im Rahmen zu halten, absolvierten wir dann die 6 freien Trainings am Samstag auch als einzige ausschließlich mit alten Reifen. Eine professionelle Chassisabstimmung war damit natürlich fast unmöglich.

Erst zum Zeittraining am Sonntag zogen wir neue Dunlop Slicks auf. Ich stoppte Ronnys Zeiten mit und sah eine 39,1. Das sah ziemlich gut aus und lag im Bereich, den die Top Fahrer im freien Training mit neuen Reifen fuhren. Leider reichte diese Zeit dann doch „nur" zum 14. Startplatz. Auf eine Platzierung auf Platz 5-6 fehlten uns ca. 3 zehntel Sekunden. Da machte sich dann wohl doch unser etwas älteres Material (Motor, Chassis) bemerkbar. Auch hatten wir ja keine Erkenntnisse, wie sich das Chassis mit neuen Reifen verhalten würde.

Ganz vorne jedoch brannte der Russe Oleg Shirmanov ein regelrechtes Feuerwerk ab und sicherte sich mit 38.475 die Pole Position.

Im ersten Rennen erwischte Ronny einen guten Start und konnte gleich einige Plätze gut machen. Dann allerdings kam es gleich Ausgangs der ersten Kurve, die sehr schnell ist, direkt vor Ronny zu einem Crash, an dem mehrere Fahrer beteiligt waren. Ronny konnte nicht mehr rechtzeitig ausweichen und fuhr mit hoher Geschwindigkeit mit dem rechten Vorderrad auf jemanden auf. Aufgrund des Massencrashs wurde das Rennen erst einmal abgebrochen. Alle mussten  bei Start und Ziel anhalten. Ronny kam aber  gleich in die Box und fuhr gar nicht erst wieder in die Startaufstellung. Der Grund war mir dann schnell klar. Die rechte Spurstange und die Lenksäule waren völlig verbogen. An einen Start zum ersten Rennen war nicht zu denken. Stattdessen waren Reparaturen angesagt.

Wir haben das Kart zum zweiten Rennen wieder hinbekommen. Aufgrund dessen, das wir zum ersten Rennen praktisch nicht gestartet sind, mussten wir zum zweiten Rennen von ganz hinten starten. Der Start zum zweiten Rennen war fast eine Kopie des ersten Starts. Ronny machte gleich wieder einige Plätze gut, aber auch jetzt gab es gleich wieder einen Crash und es wurde wieder abgebrochen. Diesmal erwischte es Ronny aber nicht.

Auch den Neustart bekam Ronny sehr gut hin und konnte gleich wieder profitieren. Das zweite Rennen konnte Ronny auf dem 7. Platz beenden.

Aufgrund des „Nullers" im ersten Lauf kam dann der 11. Gesamtrang heraus.

Fazit: Es war ein sehr schönes Rennwochenende. Am Samstag war es noch sehr kühl, aber am Sonntag war bei schönstem Sonnenschein sehr gutes Kartwetter. Wir konnten mit unserem etwas alten Material zwar nicht ganz das Tempo der Spitze mitgehen, aber es hat trotzdem Spaß gemacht und uns wieder neue Erkenntnisse gebracht.

In unserem Team fuhren diesmal auch zwei "Einsteiger" mit die wir mit Rat und Tat etwas unterstützt haben, denn sie namen das erste Mal an einem Rennen auf so hohem Niveau teil. Der Eine in der Bambini-Klasse, der Andere in der KF3. Beide haben sich gut geschlagen und ihr erstes "richtiges" Rennwochenende gut überstanden. Ich denke, wir werden sie noch öfter bei einem Kartrennen sehen.