Welchen Kartmotor soll ich kaufen?

Mir werden immer wieder viele Fragen zur Kaufberatung gestellt. Also welches Kartchassis und welcher Kartmotor am Besten wäre.  Vor einiger Zeit hatte ich hier etwas darüber geschrieben wie es mit den  Kartchassis aussieht (siehe Beitrag unten).

Heute möchte ich ergänzend dazu mal etwas über Kartmotoren schreiben. Dabei beschränke ich mich ganz bewusst nur auf Kart-Zweitaktmotoren, denn ich bin immer noch der Meinung, dass auf ein Kart ein Zweitaktmotor gehört. Ich höre schon wieder die Viertaktfans aufschreien. Bitte verzeiht mir!

Wer an einer Rennserie teilnimmt hat natürlich nicht die Auswahl. Er muss eben das fahren, was dort vorgeschrieben ist. Lediglich den Motorenhersteller kann er sich aussuchen. Dort jetzt Ratschläge zu geben welcher der Beste ist, ist kaum möglich. Es richtet sich immer nach der jeweiligen Rennserie bzw. welche Motoren dort vorgeschrieben sind (KF2, KF3, X30 usw.)

Der Hobbyfahrer hat da schon mehr die Auswahl und damit auch die Qual der Wahl.

Als Hobby-Kartmotoren sind immer noch die Rotax sehr beliebt. Auch der IAME Leopard oder der PRD Fireball sind verbreitete Hobbymotoren. Der PRD hat allerdings seine Nachteile. Nicht alle verwendeten Teile weisen eine gute Qualität auf. Zu nennen wäre da z.B. das Pleuel, die Kupplung und der Starter.

Bis vor wenigen Jahren mag der PRD Fireball ja ein ganz guter Motor für den Hobbybereich gewesen sein.

Heute gibt es allerdings ganz andere Alternativen.

Hier ein Beispiel:

Zur Zeit bekommt man einen gebrauchten KF3 schon für relativ wenig Geld. Der ist wesentlich besser verarbeitet und haltbarer als der PRD und bietet darüber hinaus noch enorm viel Potential für Leistungssteigerungen, wenn er nur im Hobbybereich gefahren wird.
So kann man z.B. für wenig Aufwand eine andere CDI-Einheit anbauen (vom KF2 oder KF1). Damit bekommt man schon mal eine höhere mögliche Drehzahl. Weiterhin könnte man einen 24 er Vergaser, am besten Ibea, anbauen und noch einen Auspuff vom KF2 nehmen. Schon hat man eine Rakete als Kartmotor für wenig Geld. Das geht natürlich nur im Hobbybetrieb.

Eine andere Alternative wäre der X30 von IAME. Auch ein sehr guter Hobbymotor der sogar in einer eigenen Serie gefahren wird. Im Rahmen des ADAC Masters gibt es den X30 Cup. Das erhöht natürlich den Wiederverkaufswert eines solchen Motors.

Ein sehr guter Kartmotor ist auch noch der gute alte 100 er mit Direktantrieb. Der hat die wenigsten Verschleißteile und wenn man ihn nicht bis aufs Letzte ausquetscht was die Drehzahlen und die Vergasereinstellung betrifft, ist er auch haltbar. Wenn doch mal eine Revision ansteht, ist die i.d.R. billiger als bei den anderen Kartmotoren. Der Nachteil ist, dass man ihn anschieben muss.

Wer mehr über Kartmotoren erfahren möchte, dem empfehle ich das Buch "Kart Zweitaktmotoren". Das finden Sie hier:  http://kartsport-aktuell.de/shop/

7 Kommentare zu “Welchen Kartmotor soll ich kaufen?”

    1. Horst Ostermann 21. Juli 2011 um 19:57

      Hallo, wir sind seit drei Jahren im Kartsport. Mein jüngster Sohn Benjamin fährt Bambini und mein älterer Sohn Daniel fährt X30-Junior - beide in der WAKC und den ADAC Kart Masters. Der Bambini-Motor wird nächstes Jahr abgelöst und ist ja auch nur etwas für ein Bambini-Kart. Der X30-Motor ist nach meiner Ansicht der Motor für die nächsten Jahre - wir haben mittlerweile drei Motoren und sind die Motoren unter den unterschiedlichsten Bedingungen und Anforderungen gefahren. Der Trainingsmotor hat zwischenzeitlich über 40 Betriebsstunden ohne jegliche Revision - der Rennmotor wird natürlch dementsprechend oft revidiert - und der Reservemotor wird auch auf Rennniveau gehalten. Der Motor ist sehr zuverlässig - ohne jegliche Macken - und die entsprechenden Rennserien laufen fair und chancengleich. Also ein Motor für den Hobbybereich und für den Renneinsatz gleichermaßen. Für Leute mit begrenztem Budget die beste Art Rennen zu fahren - KF ist wesentlich teurer - wenn auch angesehener. Gruß an alle Kartfahrer Horst Ostermann

    1. Sven Hebrock 1. September 2011 um 11:42

      Hallo Volker,
      gut, das du den schönen 100er noch erwähnt hast.

      Schnell, günstig und bei Pflege haltbar.
      Ich denke, das es keine günstigere Art gibt, im Kartsport seinen
      Spass zu haben.

      Und, es gibt sie wie Sand am Meer!

      Grüße,
      Sven

      ps: wann seit ihr mal wieder dabei?

    1. Volker 1. September 2011 um 18:14

      Hallo Sven,

      da kann ich dir nur Recht geben. Ein 100 er Kartmotor ist immer noch das Beste.
      Wann wir mal wieder dabei sind? Eigentlich wollten wir schon in Geesthacht mitfahren, aber leider kam bei Ronny was dazwischen.
      Wie sieht denn Euer Programm für den Rest des Jahres aus?

      Gruß Volker

    1. Josey 22. September 2011 um 01:35

      Hallo, wir sind seit drei Jahren im Kartsport. Mein jüngster Sohn Benjamin fährt Bambini und mein älterer Sohn Daniel fährt X30-Junior - beide in der WAKC und den ADAC Kart Masters. Der Bambini-Motor wird nächstes Jahr abgelöst und ist ja auch nur etwas für ein Bambini-Kart. Der X30-Motor ist nach meiner Ansicht der Motor für die nächsten Jahre - wir haben mittlerweile drei Motoren und sind die Motoren unter den unterschiedlichsten Bedingungen und Anforderungen gefahren. Der Trainingsmotor hat zwischenzeitlich über 40 Betriebsstunden ohne jegliche Revision - der Rennmotor wird natürlch dementsprechend oft revidiert - und der Reservemotor wird auch auf Rennniveau gehalten. Der Motor ist sehr zuverlässig - ohne jegliche Macken - und die entsprechenden Rennserien laufen fair und chancengleich. Also ein Motor für den Hobbybereich und für den Renneinsatz gleichermaßen. Für Leute mit begrenztem Budget die beste Art Rennen zu fahren - KF ist wesentlich teurer - wenn auch angesehener. Gruß an alle Kartfahrer Horst Ostermann
      +1

    1. Sven Hebrock 23. September 2011 um 10:34

      Hallo Josey,

      du magst recht haben, das der x30 ein guter Motor ist, ich kann das nicht beurteilen, da ich keinen fahre und auch nicht besitze.

      Aber, ein x30 kostet ja mal locker 2400-2500 Euros, der Gebrauchtmarkt existiert (noch) nicht. Wenn du schreibst, das du 3 Motoren hast, sind das mal glatte 7500 Euro an Motorenmaterial. Und wir sprechen von Hobbymotoren.

      Wenn ich dann noch die Revisionskosten dazu addiere, sagen wir im Rennen alle 10-15 Stunden, wird mir, mit Verlaub, schlecht. Die Argumentation mit Chancengleichheit lasse ich mal unkommentiert, da ich fast sicher bin, das manche Motoren gleicher sind als andere.

      Wenn jemand das unglaubliche Laster des Anschieben auf sich nimmt und Hobbymässig fahren will, soll er sich einen 100er kaufen. Selbst Rennsport geht, siehe unsere Klasse - und zum Todschlagargument "Revision beim 100er": Ich fahre meine Motoren (2x Drehschieber Vortex Wasser und einen RVA) die gesamte Saison durch. Finanzieller Aufwand: Nix.
      Und selbst wenn ich einen Kolben tauschen muss: max 120 Euro und alles ist frisch.

      Wo ist die Reise im Kartsport nur hingegangen. Es sollte billiger werden, aber die Kosten sind explodiert.

      Grüße,
      Sven

    1. Volker 23. September 2011 um 19:52

      Sven, Du hast vollkommen Recht. Auch wir hätten die 100 er gerne behalten. Damit sind wir und das weißt du fast besser als ich, in guter Gesellschaft. Warum also mussten die 100 er "sterben"?

      An dieser Stelle möchte ich mal Botho G. Wagner zitieren. Viele kennen ihn wahrscheinlich als Streckensprecher beim DMV oder als Veranstalter der jährlichen Kartmesse in Offenbach. Er schrieb mir mal folgendes:

      "Es war am Anfang zwar die Suche nach einer vielleicht billigeren Klasse gegenüber den sehr hoch drehenden Hundertern. Aber ganz schnell wurden die Gespräche beim italienischen Herstellerverband aus einer ganz anderen Richtung beeinflusst, nämlich aus den USA, und mit ganz anderen Wünschen. Da stand die Forderung nach Bequemlichkeit(!) im Vordergrund: Der Elektrostarter mit einer Kupplung -die Kupplung hatten die Amerikaner schon lange und schätzten sie Und bald kamen einflussreiche europäische Importeure zu den Herstellern, hörten davon und stimmten ein: Drehzahl herunter, mehr Kubik, Kupplung und Elektrostarter. Dann kamen Sicherheitsapostel dazu und sahen in Kupplung samt Starter ein Sicherheitselement, vom Grün zurück ohne Probleme auf die Bahn.
      Tja, und so traf man sich -das Kind nannte man KF. Die Zeit war knapp und so wurde die Entwicklung auf der Bahn in Kundenhand gegeben. Und ganz gut verdienen kann man auch... Heute überwiegt die Zustimmung. Klar, was soll man auch tun? Es sind die CIK-Klassen -mitmachen oder aufhören!"

      Wie Wahr. Wenn man also in den Top Klassen mitfahren möchte, heißt es, mitmachen oder aufhören. Oder... 100 er weiterfahren, es geht. Allerdings nicht mehr in den Top-Rennserien. Leider. Die IG 100 ccm ist eine gute Alternative um mit den guten "alten" 100 ern auch heute noch Rennen zu fahren.

    1. Sven Hebrock 26. September 2011 um 07:19

      Hallo Volker,

      der Text von B.Wagner trifft es auf den Kopf. Wer mitspielen will, beisst in den sauren Apfel.

      Was ich persönlich schade finde:
      Es ist Rennsport, dazu gehören Rennmotoren. So wie in den Jahren des 100ccm Motor. Als der erste Rotax Max raus kam, sagte ich damals: Das ist das Ende des Kartsports. Weil, warum sollte man im Rennsport einen Hobbymotor haben?

      Früher gab es die Pop Klasse, diese hatte eine Berechtigung um junge Fahrer kostengünstig an den Sport zu führen, mit Ziel: ICA, Formel A.
      Heute gibt es für jeden Motor, egal ob Hobby oder KF eine Klasse, leider ohne Ziel. Früher gab es 3 Klasse: Junior, ICa und ICC- das hat gereicht.

      Ich hoffe wir sehen uns im nächsten Jahr mal wieder auf der Bahn.

      Diesmal mit Punktvergabe. :)

      Grüße,
      Sven

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